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  • svetlanaoskanyan

Hilfe, ich habe Angst, wenn mein Kind zu hoch klettert

Wir – Eltern – kennen das: das Kind traut sich und klettert höher und höher auf ein Gerüst. Wir müssen schon die um es zu „sichern“ und irgendwann können wir unser Kleines gar nicht mehr erreichen, so hoch ist es. Bist du je soweit gewesen? Vielleicht musstest du schon mal selber hochklettern, um dem Kind nach unten zu helfen? Oder unterbrichst du die Kletterversuche schon viel früher, weil dir das Sicherheitsgefühl so wichtig ist?

Ängstlichkeit der Eltern kann dazu führen, dass das Kind auch ängstlich und schüchtern wird und sich nicht traut. Die Sicherheit ist wiederum sehr wichtig und hat beim Austoben die höchste Priorität.

Hier ein paar Tipps, wie man gleichzeitig das Kind schützt und es ermutigt, sich Herausforderungen zu stellen?


1. Auf den Spielplätzen ist ein weicher Gummiboden oder Sand für mehr Sicherheit verlegt. Zuhause soll auch eine sichere Umgebung geschaffen werden. Heutzutage gibt es dafür so viele Möglichkeiten: Eckschutz, Bodenmatten, Steckdosenschutz, Fensterschutz. Es sollen keine schweren und zerbrechlichen Gegenstände dort sein, wo die Kinder spielen. Wenn ein Eck oder ein Möbelstück oder eine Wand potenzielle Gefahr darstellt, sollen die Kinder ausdrücklich VOR dem Spielen darauf aufmerksam gemacht werden. Schließlich kann man auf harte Gegenstände ein Kissen, ein Stück Schaumstoff oder Ähnliches draufkleben. Es werden auch fertige professionelle und schöne Wand- und Bodenschutzlösungen verkauft.


2. Barfuß klettern und spielen lassen, die Rutschgefahr ist dann viel kleiner. Außerdem stehen wir barfuß sicherer auf dem Boden, spüren unser Gewicht besser und es ist einfacher das Gleichgewicht (gleich auf dem Boden und auf den Sprossen) zu halten. Strumpfhose, Overallpajamas und sehr viel Kleidung können wiederum die Beweglichkeit erschweren.


3. Erst dem Kind beobachten. Wie sicher sind die Bewegungen, stolpert das Kind, fällt es öfters runter, sind die Hände zu schwach, ist eine Seite besser als die andere entwickelt? Eltern kennen ihr Kind am besten und sollen genau beobachten, wo potenzielle Gefahren liegen können, um diese vorbeugen zu können.


4. Sichere und richtige Bewegungen beibringen. Sich fest mit den Händen halten - erst fest mit den Händen greifen, dann eine Stütze für Füße finden. Hängen üben, um beim Verrutschen oder stolpern auf den Händen hängen zu bleiben. Nach oben und nach unten schauen – Abstände und eigene Möglichkeiten einschätzen.


5. Als Eltern feste Regeln setzen und sich an diese halten:

- Nicht mit dem Essen in der Hand oder im Mund klettern

- Zuhause nur barfuß klettern

- Nicht mit den Spielsachen in der Hand klettern

- Nur so hoch klettern, um SELBER ohne Hilfe runter kommen zu können


6. Die Kinder nie unbeaufsichtigt lassen! Wenn man doch eingreifen muss, nicht das Kind sofort runternehmen, sondern mit der Stimme helfen – sagen, was es tun muss und das Kind selber machen lassen.


Selbstständigkeit und das Überwinden von Herausforderungen sind für eine gesunde Entwicklung und ein angemessenes Selbstwertgefühl wichtig. Es wird bereits im Kleinkindalter spielerisch gelernt, wie man mit den Schwierigkeiten umgehen soll, ob die Hindernisse Herausforderungen oder Hemmnisse sind.

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